Scott Harrison, der Gründer der Hilfsorganisation charity: water, hat eine 25-minütige Rede auf der NextGen:Charity Konferenz gehalten. In dieser erzählt er von der Entwicklung seiner Organisation, aber auch von der grundlegenden Motivation. Zum Ende des Videos verrät er auch, welche 6 Ideen es seiner Meinung nach sind, die charity: water erfolgreich gemacht haben.

1. Erzählen Sie eine möglichst einfach Geschichte

Menschen mögen zwar Geschichten und Erklärungen, aber keine komplizierten! Erzählen Sie eine Geschichte mit klarer Handlung, klaren Beteiligten und auch für Neulinge in Ihrem Bereich nachvollziehbare Zusammenhänge. Geben Sie den Interessierten die Chance, in das Thema einzusteigen. Keep it short, stupid and simple. Tiefer gehende und kompliziertere Details können Sie später nachliefern.

2. Weisen Sie den Leuten keine Schuld zu; geben Sie ihnen Möglichkeiten

Auch wenn oft gerade in unserem Konsumverhalten eine Ursache für Leid am anderen Ende der Welt liegt oder unsere Handlungen Auswirkungen haben, die sehr negativ sind – geben Sie der einzelnen interessierten Person nicht das Gefühl, schuldig zu sein. Zeigen Sie lieber die positiven Möglichkeiten, die alle haben, zu helfen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Dies kann zu einem späteren Zeitpunkt auch den Hinweis auf eine Verhaltensänderung beinhalten.

3. Stehen Sie zu Ihren Fehlern

Projekte können einmal schief laufen, ein Brunnen austrocknen oder Baukosten höher sein, als ursprünglich veranschlagt. Das wissen auch alle, die Sie unterstützen. Stehen Sie dazu. Und veröffentlichen Sie solche Fehlschläge auch. charity: water hat den größten Zuspruch und die meisten Spenden im Laufe ihres Bestehens erhalten, als sie berichteten, dass ein zuvor finanzierter Brunnen kein Wasser mehr liefert. Menschen wollen keine Geschichten von der perfekten Organisation hören. Menschen wollen ernst genommen werden und transparente Informationen.

4. Danken Sie Ihren Spender/innen auf eine interessante und witzige Art

Lassen Sie sich etwas einfallen. Ihre Spender/innen geben Ihnen finanzielle und ideelle Unterstützung. Viele von ihnen sind über Jahre loyal und machen weitere Menschen auf Ihre Organisation aufmerksam. Sie müssen nicht gleich ein eigenes Team haben, das Dankes-Videos macht, wie es charity: water tut. Aber eine Videokamera sollten Sie schon im Büro haben. Und eine Fotokamera in den Projekten...

5. Nutzen Sie Videos

Die Menschen betrachten lieber ein 90-sekündiges Video als einen längeren Text auf der Website durchzulesen. Bei beidem können Sie die gleiche Menge Inhalt, Bilder, Diagramme vermitteln. Aber das Video kann durch Hintergrundmusik Emotionen wecken, ist einfacher zu konsumieren und bietet Möglichkeiten einer Kampagne, Organisation oder einem Projekt ein Gesicht zu geben. Versuchen Sie immer, Informationen so aufzubereiten, dass Ihre Unterstützer/innen sie möglichst einfach aufnehmen kann.

6. Have fun!

Der Gründer von charity: water ist der festen Meinung, dass das Team in der Organisation Spaß haben sollte. Mit der Marke, die eine gute Organisation darstellt, in der täglichen Arbeit und im Umgang miteinander. Und ich denke, dass ist eine wichtige Voraussetzung. Denn eine „bessere Welt“, die aus Meetings, purer Seriosität und staubtrockenem Ernst besteht, ist eine Vision, für die wir gemeinsam nur wenige Menschen begeistern werden.

Die gesamte Rede von Scott Harrison können Sie auf der Website der NextGen:Charity Konferenz ansehen.